Eine internationale Expertengruppe der Movement Disorder Society (MDS) hat erstmals praxisnahe Empfehlungen zum Management von Parkinson-Erkrankungen in Verbindung mit Schwangerschaft veröffentlicht. Bislang fehlten evidenzbasierte Leitlinien für die Betreuung betroffener Frauen vor der Empfängnis, während der Schwangerschaft, bei der Geburt sowie im Wochenbett.
Der Bericht hebt hervor, dass Levodopa während der gesamten Perinatalperiode als sicherstes Medikament gilt. Wenn möglich, sollte eine Monotherapie einer Kombinationstherapie vorgezogen werden. Zudem wird betont, dass nicht-motorische Symptome – wie Schlafstörungen, Ängste oder Depressionen – bei dieser Patientengruppe besonders häufig auftreten und eine individuelle Behandlung erfordern.
Die Expert:innen kommen zu dem Schluss, dass Frauen mit Parkinson bei sorgfältiger Planung und interdisziplinärer Betreuung eine Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit sicher bewältigen können. Gleichzeitig bestehen jedoch erhebliche Wissenslücken, insbesondere hinsichtlich neuer Parkinson-Medikamente, möglicher Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung sowie langfristiger Effekte einer Schwangerschaft auf den Krankheitsverlauf.
Um diese Lücken zu schließen, wurde das internationale PregSpark-Register ins Leben gerufen. Es soll künftig Daten aus der Praxis bündeln und damit die Grundlage für belastbare Leitlinien schaffen. Die Fachgesellschaft ruft alle Ärzt:innen und Gesundheitsfachkräfte auf, betroffene Patientinnen aktiv über die Teilnahme an diesem Register zu informieren. Nur durch eine internationale Zusammenarbeit könne langfristig eine evidenzbasierte Versorgung für Frauen mit Parkinson und Kinderwunsch gewährleistet werden.
Die Universität Zürich erhält als eine von acht Institutionen weltweit Mittel für die Weiterbildung einer Spezialistin oder eines Spezialisten für Parkinson in der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich von der Michael J. Fox Foundation. Mit der neuen Förderung sollen nicht nur wichtige Forschungsprojekte am USZ vorangetrieben werden, sondern auch die Ausbildung junger Neurologinnen und Neurologen gezielt gestärkt werden. Dadurch können künftige Fachärztinnen und -ärzte sowohl in der klinischen Forschung als auch in der Diagnostik wertvolle Expertise aufbauen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, innovative Ansätze in der Diagnose und Behandlung von Parkinson zu entwickeln und die wissenschaftliche Kompetenz am USZ langfristig auszubauen. Diese Partnerschaft stellt einen wichtigen Schritt dar, um Patientinnen und Patienten in Zukunft noch bessere Therapiemöglichkeiten bieten zu können und die internationale Vernetzung in der Parkinson-Forschung weiter zu intensivieren. Mehr dazu.
Nach einer Zusammenfassung des Erklär-Videos von Jürgen Zender auf dem Parkinson-Journal-Blog lassen sich die wichtigsten Punkte zur Differentialdiagnose von Parkinson wie folgt darstellen:
Abgrenzung zu ähnlichen Krankheiten: Der Beitrag erklärt, wie die idiopathische Parkinson-Krankheit von anderen Störungen mit ähnlichen Symptomen unterschieden wird. Dazu gehören atypische Parkinson-Syndrome (wie Multisystematrophie) und symptomatische Parkinson-Syndrome (z.B. medikamenten- oder vaskulär bedingt). Auch der essentielle Tremor, der oft mit Parkinson verwechselt wird, wird als Unterscheidungskriterium erwähnt.
Diagnostische Verfahren: Um die Diagnose zu sichern, werden verschiedene unterstützende Untersuchungen vorgestellt:
-MRT/CT: Zur Beurteilung der Hirnstruktur.
-SPECT (DaTSCAN): Zur Darstellung der Dopamin-Transporter-Dichte im Gehirn.
-Transkranieller Ultraschall: Eine verstärkte Reflexion in der Substantia nigra kann ein Hinweis auf Parkinson sein.
-Laboruntersuchungen und EEG: Dienen zur Abklärung anderer Begleiterkrankungen.