Menschen mit Parkinson, die L-Dopa einnehmen, sollten ihre Mahlzeiten sorgfältig planen. Darauf weist das Parkinson Journal in einem aktuellen Beitrag hin. Der Grund: Eiweissreiche Lebensmittel können die Wirkung des Medikaments deutlich abschwächen.
L-Dopa gilt als wichtigste Therapie bei Parkinson. Im Gehirn wird der Wirkstoff zu Dopamin umgewandelt, das bei Parkinson-Patienten fehlt. Dadurch lassen sich Bewegungsstörungen wie Zittern oder Steifheit lindern. Allerdings konkurriert L-Dopa im Darm und an der Blut-Hirn-Schranke mit Aminosäuren aus eiweissreicher Nahrung. Dadurch gelangt weniger Wirkstoff ins Gehirn.
Experten empfehlen deshalb, L-Dopa möglichst nüchtern einzunehmen – etwa 30 Minuten vor oder 60 bis 90 Minuten nach dem Essen. Besonders problematisch können Milchprodukte, Fleisch oder eiweissreiche Snacks direkt zur Medikamenteneinnahme sein. Selbst ein Joghurt kann die Wirkung spürbar beeinträchtigen.
Viele Betroffene erleben sogenannte Wirkungsfluktuationen. Ursache sind schwankende Dopaminspiegel im Gehirn. Um diese Schwankungen zu reduzieren, teilen manche Patienten ihre Tagesdosis auf mehrere kleinere Einnahmen auf. Die genaue Dosierung müsse jedoch individuell gemeinsam mit dem Neurologen abgestimmt werden.
Neben der richtigen Einnahme spielt auch die Verdauung eine wichtige Rolle. Verzögerte Magenentleerung oder Verstopfung können dazu führen, dass L-Dopa langsamer aufgenommen wird. Fachleute raten daher zu ausreichender Flüssigkeitszufuhr, ballaststoffreicher Ernährung und mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt.
Das Parkinson Journal betont zudem, dass Patienten nicht grundsätzlich auf Eiweiss verzichten sollten. Eiweiss bleibt ein lebenswichtiger Nährstoff. Stattdessen könne es sinnvoll sein, grössere eiweissreiche Mahlzeiten eher auf den Abend zu legen.