Weiterbildung zur Parkinson-Nurse: Spezialisierte Pflege für bessere Versorgung

Im Mai 2025 hat die neue Runde der zertifizierten Weiterbildung zur Parkinson-Nurse in Kassel begonnen. Pflegefachkräfte aus ganz Deutschland qualifizieren sich hier für die spezialisierte Betreuung von Parkinson-Patient:innen – mit Fokus auf moderne Therapien, Patientenberatung und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Organisiert wird die Fortbildung vom Parkinsonzentrum Beelitz-Heilstätten in Kooperation mit neurologischen Fachkliniken und Hochschulen. Seit 2007 wurden bereits über 200 Pflegekräfte ausgebildet.

Der Verein Parkinson Nurses und Assistenten e.V. begleitet die inhaltliche Entwicklung der Weiterbildung, vernetzt Fachkräfte bundesweit und stärkt die Professionalisierung spezialisierter Parkinson-Pflege.

Weitere Infos

Neuer Bericht zur Stammzellenforschung bei Parkinson

Autor & Format:
Beitrag von Jürgen Zender im Rahmen der Serie «Vertiefende Hintergrundinfos zum Thema Stammzellenforschung»

Thematik:
Überblick aktueller Entwicklungen in der Stammzelltherapie zur Behandlung von Morbus Parkinson.

Besonderer Fokus:
-Hinweise zur Wirksamkeit von Zelltherapien (z. B. von Bayer entwickelt).
-Erwähnung einer kürzlich genehmigten klinischen Stammzellenstudie in Schweden mit dopaminergen Vorläuferzellen.

Fazit:
Die aktuellen Studien mit embryonalen und induzierten Stammzellen zeigen vielversprechende Sicherheit, Dopamin-Produktion und erste klinische Verbesserungen. Entscheidend wird der Start von Phase-3-Studien sein, um klare Vorteile gegenüber bisherigen Therapien zu belegen. Stammzelltherapien könnten mittelfristig eine ernsthafte Behandlungsoption für Parkinson werden.

Neues Modul Parkinson Care an der Kalaidos Fachhochschule

Die Kalaidos Fachhochschule Zürich bietet ab September 2025 das Einzelmodul «Parkinson Care» an – eine berufsbegleitende Weiterbildung für Pflegefachpersonen, die sich auf die Versorgung von Menschen mit Morbus Parkinson spezialisieren möchten.

Inhaltlich stehen motorische und nicht-motorische Symptome, Notfallsituationen sowie interprofessionelle Zusammenarbeit im Fokus. Das Modul umfasst 5 ECTS, kombiniert Präsenz, Online-Lernen und Hospitation, und dauert ca. 2–3 Monate.

Zielgruppe sind Pflegepersonen mit einem Hochschulabschluss oder gleichwertiger Ausbildung. Der Kurs kostet CHF 2’800.

Weitere Infos und Anmelden.

Neues Molekül blockiert Zelltod bei Parkinson

Wissenschaftler haben in der Fachzeitschrift Science Advances ein kleines Molekül vorgestellt, das gezielt den programmierten Zelltod (Apoptose) blockieren kann. Durch die Hemmung dieser Zelltodprozesse eröffnen sich neuartige therapeutische Ansätze für neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson.

Warum das wichtig ist:
Apoptose spielt eine zentrale Rolle beim Verlust dopaminerger Nervenzellen in Parkinson. Ein Wirkstoff, der gezielt diesen Zelltod stoppt, könnte das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und neue Therapieoptionen bieten.

Ausblick:
Die Entdeckung ist ein bedeutender Schritt hin zu Behandlungen, die nicht nur Symptome lindern, sondern die zugrunde liegende Neurodegeneration aktiv bekämpfen. Zukünftige Studien müssen nun Sicherheit, Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen untersuchen, um den klinischen Einsatz zu ermöglichen.

Mehr.

Rückschlag für Prasinezumab im Parkinson-Feld

Das Medikament Prasinezumab von Roche/Prothena, ein monoklonaler Antikörper gegen Alpha‑Synuclein, hat in der Phase-IIb‑Studie „PADOVA“ mit 586 Früh‑PD‑Patienten die primären Zielgrößen nicht erreicht: Es zeigte keine signifikante Verbesserung motorischer Symptome. Bereits in früheren Phase‑II‑Studien blieben Erfolge aus. Trotz dieses Rückschlags wird die Entwicklung weiterhin fortgeführt.

Kontext & Ausblick:
Prasinezumab gilt als Hoffnungsträger, da es gezielt das zentrale Eiweiss zur Ursache von Parkinson (Alpha‑Synuclein) adressiert. Der aktuelle Stillstand signalisiert die anhaltende Schwierigkeit, wirksame Krankheitsmodifikatoren für Parkinson zu entwickeln. Die nächsten Studiestufen und Forschungsergebnisse bleiben entscheidend für die Zukunft solcher Immuntherapien.

Mehr.

 

Vortrag von Prof. Franziska Hopfner: Tremor – nicht nur bei Parkinson

Im Rahmen der Parkinson Schule in München referierte Prof. Dr. med. Franziska Hopfner aus der Reihe ParkinsonSchule einen aufschlussreichen Vortrag zum Thema Tremor, einer der häufigsten und belastendsten Begleitsymptome der Parkinson-Erkrankung. Die renommierte Expertin erläuterte die unterschiedlichen Tremorformen, deren Ursachen, Diagnostik und moderne Therapieansätze.

Besonders im Fokus standen der Ruhetremor, der als klassisches Symptom der Parkinson-Krankheit gilt, sowie der essentielle Tremor, der häufig bei Bewegungen auftritt. Weitere Formen wie der Haltetremor, Bewegungstremor und der seltenere orthostatische Tremor wurden ebenfalls detailliert vorgestellt.

Prof. Hopfner betonte, wie wichtig eine präzise differenzialdiagnostische Abklärung ist, da sich die Behandlung je nach Tremorform erheblich unterscheiden kann. Neben medikamentösen Therapien kommen auch Verfahren wie die Tiefe Hirnstimulation (THS) sowie physio- und ergotherapeutische Massnahmen zum Einsatz, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Der Vortrag war nicht nur informativ, sondern machte auch deutlich, wie komplex das Symptom Tremor ist – und wie essenziell eine individualisierte Therapie für Parkinson-Patienten ist.

>

 

Exenatid verlangsamt Morbus Parkinson nicht

London – Der GLP-1-Agonist Exenatid konnte in einer Phase-3-Studie das Fortschreiten der motorischen Symptome bei Morbus Parkinson nicht verlangsamen (Lancet 2025; DOI: 10.1016/S0140-6736(24)02808-3). Nach zwei Jahren zeigte sich kein Vorteil gegenüber Placebo.

Frühere Studien hatten positive Hinweise geliefert, doch in der aktuellen Untersuchung mit 194 Patienten verschlechterte sich die Exenatid-Gruppe sogar etwas stärker als die Placebo-Gruppe. Auch Bildgebung und Biomarker-Analysen bestätigten keine Wirksamkeit.

Trotz dieses Rückschlags prüfen Forscher weiter GLP-1-Agonisten: Die GIPD-Studie untersucht Semaglutid bei Parkinson, während Evoke und ELAD dessen Potenzial bei Alzheimer testen. Ergebnisse stehen noch aus.

Neue Erkenntnisse: Darm-Mikrobiom beeinflusst Parkinson-Entstehung

Aktuelle Forschungsergebnisse der Universitätsmedizin Magdeburg legen nahe, dass das Darm-Mikrobiom eine entscheidende Rolle bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson spielt. Die Forschungsgruppe „Translationale Neuroimmunologie und Neurodegeneration“ unter der Leitung von Prof. Dr. med. Aiden Haghikia untersuchte den Einfluss der Darmflora auf das Nervensystem und stellte fest, dass das Mikrobiom nicht nur die Verdauung, sondern auch die Hirnfunktion beeinflusst. Insbesondere ein Mangel an der kurzkettigen Fettsäure Propionsäure, die von bestimmten Darmbakterien produziert wird, könnte mit dem Absterben von Nervenzellen im Gehirn in Verbindung stehen. Die Studie hebt hervor, dass Ernährung und Lebensstil das Risiko für Parkinson beeinflussen können und dass eine Ergänzung mit Propionsäure positive Auswirkungen auf regulatorische T-Zellen und den Gewebeverlust im Gehirn haben kann. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven für die Prävention und Behandlung von Parkinson durch gezielte Modulation des Darm-Mikrobioms.​

Weitere Informationen finden Sie im Parkinson Journal: parkinson-journal.de

Vortrag über Kortikobasales Syndrom (CBS) in der Parkinson Schule München

Im Rahmen der Parkinson Schule am 12. April 2025 in München referierte Dr. Carla Palleis über das Kortikobasale Syndrom (CBS)https://parkinson-journal.de/atypisches-parkinson-yndrom-cbd-cbs/, eine seltene Form des atypischen Parkinson-Syndroms.

In ihrem Vortrag stellte Dr. Palleis die Ursachen, typischen Symptome sowie die diagnostischen Herausforderungen dieser komplexen neurodegenerativen Erkrankung vor. Zudem erläuterte sie aktuelle Therapieansätze und gab einen Einblick in den derzeitigen Stand der Forschung. Der Vortrag fand grossen Anklang bei den Teilnehmenden und trug massgeblich zur Aufklärung über CBS und den Umgang mit dieser Erkrankung bei.

 

Jetzt erst recht: Positiv leben mit Parkinson

Mutmacherin mit Mikrofon – Kathrin Wersing und ihr Podcast für ein buntes Leben mit Parkinson

Kathrin Wersing weiss aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, mit einer Parkinson-Diagnose zu leben – sie erhielt sie selbst im Alter von 40 Jahren. Doch statt sich zurückzuziehen, entschied sie sich, anderen Betroffenen Mut zu machen: In ihrem Podcast spricht sie mit Menschen, die gelernt haben, trotz Parkinson ein erfülltes, positives und farbenfrohes Leben zu führen.

Der Podcast richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle, die einen zuversichtlichen Blick auf das Thema Parkinson suchen. Offen, ehrlich und inspirierend erzählt – von Betroffenen, für Betroffene.