Parkinson: Nicotinamid-Ribosid verlangsamt den Krankheitsverlauf nicht

Eine Phase-3-Studie zeigt: Nicotinamid-Ribosid kann das Fortschreiten einer Parkinson-Erkrankung im frühen Stadium nicht aufhalten. Damit erfüllen sich die Hoffnungen aus früheren Studien nicht.

Nicotinamid-Ribosid ist eine Vorstufe von NAD⁺ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid), einem wichtigen Molekül für den Energiestoffwechsel der Zellen. Da bei Morbus Parkinson insbesondere dopaminerge Nervenzellen geschädigt werden, untersuchten Forschende, ob eine Erhöhung des NAD⁺-Spiegels die Funktion der Nervenzellen unterstützen und den Krankheitsverlauf beeinflussen kann.

Frühere Phase-2-Studien hatten Hinweise auf mögliche positive Effekte geliefert. In einer nun publizierten Phase-3-Studie konnte Nicotinamid-Ribosid das Fortschreiten der Erkrankung bei Menschen mit frühem Morbus Parkinson jedoch nicht aufhalten. Die Ergebnisse dämpfen damit die Erwartungen an diesen Therapieansatz.

Die Studienresultate zeigen, wie wichtig es ist, vielversprechende Ansätze in grösseren klinischen Studien zu überprüfen. Trotz des negativen Ergebnisses bleibt die Erforschung des zellulären Energiestoffwechsels ein relevantes Gebiet in der Parkinson-Forschung. Entscheidend ist, ob künftige Therapien den Krankheitsverlauf tatsächlich beeinflussen können.

Gut zu wissen
Nicotinamid-Ribosid ist kein nachgewiesenes krankheitsmodifizierendes Mittel gegen Parkinson. Nahrungsergänzungsmittel mit diesem Wirkstoff sollten deshalb nicht als Ersatz für etablierte Parkinson-Behandlungen verstanden werden. Änderungen der Behandlung sollten mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 13. Oktober 2026. «Morbus Parkinson: Nicotinamid-Ribosid kann Verlauf der Erkrankung nicht aufhalten». Die Studienergebnisse wurden in JAMA veröffentlicht (2026; DOI: 10.1001/jama.2026.18828).